Die Auswahl der Messungen richtet sich primär danach, ob es sich um ein diagnostisches System für die Praxis (Klasse 2) oder ein klinisches System (Klasse 1) handelt.
Tubenfunktion Erweiterungsmodul
Die Tubenfunktionsprüfung ermöglicht eine objektive Beurteilung des Mittelohrdruckausgleichs und unterstützt die Diagnostik funktioneller und ventilatorischer Mittelohrerkrankungen.
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Die Beurteilung der Funktion der Eustachischen Röhre (Eustachian Tube Function, ETF) ist ein wesentlicher Bestandteil der erweiterten Mittelohrdiagnostik. Die objektive Tubenfunktionsprüfung ist unter anderem für Tauchtauglichkeitsuntersuchungen relevant und kann mit dem Sentiero Desktoptympanometer bzw. dem Sentiero Advanced Add-on-Tympanometer durchgeführt werden. Beide Systeme ergänzen die Tympanometrie und die akustische Reflexprüfung um standardisierte ETF-Testverfahren. Ziel ist die objektive Beurteilung des Druckausgleichs zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum unter definierten Untersuchungsbedingungen.
Im Rahmen der Tauch- und Flugmedizin zählen Ohrerkrankungen infolge gestörter Druckregulation (Barotrauma) zu den häufigsten HNO-relevanten Komplikationen. Darüber hinaus wird die Tubenfunktionsprüfung bei unklaren oder einseitigen Tubenfunktionsstörungen zur differenzialdiagnostischen Abklärung eingesetzt. Die ETF-Tests ermöglichen eine differenzierte Funktionsprüfung bei nicht perforiertem und perforiertem Trommelfell sowie bei patulöser Eustachischer Röhre. Mithilfe kontrollierter Druckmanöver, Schlucktests und hochauflösender Admittanzmessungen lassen sich funktionelle und ventilatorische Störungen der Tube zuverlässig erfassen und im Verlauf beurteilen.
Tutorial
Für die Tubenfunktionsprüfung stehen Ihnen drei verschiedene Messmodi zur Verfügung.
Die Tubenfunktionsprüfung bei einem intakten Trommelfell besteht aus einem mehrteiligen Test. Im ersten Schritt wird eine Basismessung durchgeführt.
Im zweiten Schritt wird das Toynbee-Manöver durchgeführt. Anschließend wird über OK eine zweite Messung durchgeführt.
Durch den Druckausgleich mittels des Toynbee-Manövers kommt es zu einer Verschiebung im Tympanogram.
Im nächsten Schritt wird das Valsava-Manöver durchgeführt. Sobald das Manöver abgeschlossen ist, wird über die Schaltfläche „OK” eine weitere Messung durchgeführt.
Im Ergebnis werden die drei Einzelmessungen – Basismessung, Toynbee-Manöver und Valsalva-Manöver – übereinandergelegt. Bei einer normalen Tubenfunktion sollten die Tympanometrie-Spitzen aufgrund des geänderten Mittelohrdrucks durch das Toynbee- bzw. Valsalva-Manöver gegeneinander verschoben sein.
Bei diesem Test wird ein Überdruck im Gehörgang (und im Mittelohr bei einem perforierten Trommelfell) aufgebaut. Um die Funktion der Eustachischen Röhre zu testen, sollte der Patient mehrmals schlucken. Öffnet sich die Eustachische Röhre, fällt der Druck komplett oder in Stufen ab. Die reine Messdauer pro Ohr beträgt 40 s, wobei das Gerät während der Messung einen Druck von ca. +225 daPa appliziert. Daher ist es bei dieser Funktionsprüfung besonders wichtig, auf einen guten und luftdichten Sondensitz zu achten. Ein nicht luftdichter Sondensitz könnte nämlich ebenfalls eine Ursache für den Druckabfall sein und so zu einem falsch-positiven Ergebnis führen.
Der ETF-Funktionstest bei perforiertem Trommelfell ermöglicht die Beurteilung der Tubenfunktion unter definierten Druckbedingungen. Durch gezielten Druckaufbau im Gehörgang und Schluckmanöver des Patienten wird der tubäre Druckabfall erfasst. Voraussetzung ist ein luftdichter Sitz der Ohrsonde zur sicheren Befundinterpretation.
Die Messfunktion für die offene Eustachische Röhre stellt eine Sonderform der Tubenfunktionsprüfung dar. Sie basiert auf einer hochauflösenden Compliance-Messung ohne akustischen Stimulus und kann neben der Beurteilung der Tubenfunktion auch zur Erfassung extern stimulierter Stapediusreflexe eingesetzt werden.Voraussetzung ist ein luftdichter Sitz der Ohrsonde zur sicheren Befundinterpretation.